Besucher : 58610

Die Kelten

Die keltischen Stämme siedelten im Süden von Deutschland. Dies war während der Eisenzeit, die von 750 bis 15 vor Christus andauerte.

Dies war ein indogermanischer Stamm und sie lebten in Sippenverbänden, die sehr volkreich waren. An der Spitze stand ein Stammesfürst. Sie konnten sehr kriegerisch sein.

Ihr Hauptstamm soll in Mittel – und Ostfrankreich sowie in Süddeutschland gelebt haben. Auch in der Nordschweiz sind Spuren der Kelten bekannt.

Die Werkzeuge und Waffen der Bronzezeit wurden aus Bronze hergestellt, die Kelten waren aber nun in der Lage, Eisen herzustellen – diese Epoche, die Eisenzeit, war nach der Stein – und Bronzezeit die letzte große vorgeschichtliche Epoche.

Auch die Keramikform änderte sich in dieser Zeit, wie Funde belegen.

Handelsverbindungen reichten bis in den Mittelmeerraum, was zahlreiche Funde beweisen. Die Kelten waren sehr kunstfertige Goldschmiede.

Die Zeit der Kelten ist in zwei wichtige Abschnitte gegliedert:

die Hallstattkultur und die La Tene Kultur.

Die Hallstattkultur (Frühe Eisenzeit) lag zwischen 750 und 400 v. Ch., die La Tene Kultur, ca. ab 400 bis 15 vor Chr.

Danach kam das Zeitalter der Römer, das 256 n. Chr. mit dem Einfall der Alamannen in Süddeutschland endete.

Um 400 v. Chr. expandierte das keltische Volk der Bojer nach Süden und nahmen Städte im heutigen Norditalien ein.

Gallier drangen bis nach Rom vor. Einige römische Legionen konnten sie bei Allia vernichteten und standen 387 v. Chr. vor den Toren von Rom, das geplündert wurde. Um 200 v. Chr. nahmen die Römer wieder Norditalien ein und drängten sie wieder auf die nördliche Seite der Alpen zurück.

Auch Angriffe auf Delphi (Griechenland) im Jahre 279 wurden von den Kelten geführt, wo sie jedoch geschlagen wurden.

Andere Stämme zogen nach Osten weiter.

 

Bei den Kelten waren die Druiden besonders wichtig, denn sie hatten besondere Aufgaben in der keltischen Gemeinschaft.

Heilige Bezirke gab es auch in der Spätlatenezeit. In Baden – Württemberg wurden ca. 110 solcher Viereckschanzen gefunden. Diese waren keine Wehranlagen sondern als Kultstätten gedacht.

Die Kelten bestatteten ihre Verstorbenen zuerst in Urnengräbern, später dann in Körpergräbern. Darüber wurde bei verstorbenen Mitgliedern der Dorfgemeinschaft, die eine höhere Stellung hatten, einen Grabhügel errichtet.

Diese Grabhügel sind seit 7 JH. v. Chr. bekannt. Die einzelnen Stämme oder Dorfgemeinschaften hatten ihre eigenen Oberhäupter und Fürsten.

Ihre Fürsten bestatteten sie in der Näheren Umgebung in einem Grabhügel. Dem Grab waren Kostbarkeiten beigegeben, die ihre Macht widerspiegeln sollten. Man glaubte, daß die Stammesfürsten über den Tod hinweg Macht besassen.

Südwestdeutschland war im 1. Jh. v. Chr. dicht besiedelt. Dies ist durch Städte belegt. Im 1. Jh. v. Chr. fand man keltische Münzen, was auf eine Geldwirtschaft hinweist.

Nach Westen breiteten sie sich aus und bevölkerten die Britischen Inseln. Da die Römer Schottland und Irland niemals besetzt hatten, kommt es vielleicht daher, daß man diese Gebiete als die letzten Reste der keltischen Kultur bezeichnet. Es waren aber damals nur Randgebiete. Mit dem Hadrianswall 122 n. Chr. sicherten die Römer ihre nördliche Grenze in Britannien.

Somit gibt es in England, Schottland und Irland auch Spuren der Kelten,

wie Hügelfestungen belegen.

Spätesten Mitte des 3. JH v. Chr. ging die Keltenherrschacht langsam nieder.

Sie waren gezwungen, befestigte Städte anzulegen wie Ladenburg (Lopodunum) oder Zarten im Schwarzwald. Auch der Heidengraben am Zugang zur Schwäb. Alb ist als Keltenfestung bekannt.

Gegen Ende des 2. JH fielen die Germanen von Norden her in ein und verdrängten sie aus Mitteleuropa. Es waren die germanischen Stämme der Sueben, Kimbern und Teutonen.

So war die Blütezeit der Kelten vorbei. Die Bevölkerung vermischte sich mit den Germanen, manche keltische Stämme zogen nach Süden.

Die Germanische Krieger und auch einzelne Stämme ließen sich hier nieder und bevölkerten das Land. Die Kelten verschwanden.

Im letzten JH. vor Chr. kamen die Römer endgültig zum Zug.

Julius Caesar schlug von 58 bis 53 vor Chr. die Kelten und nahm die Gebiete von Frankreich so wie die linksrheinischen Länder ein. Berühmt wurde J. Cäser durch die Schlacht gegen den Keltenführer Vercingetorix geworden, als er die Festung Alesia einnahm. 46 v. Chr. wurde Vercingetorix in Rom hingerichtet.

Cäsar nannte die Kelten in Frankreich Gallier. Astrix und Obelix waren also Kelten! Kelten heißt auf lateinisch Galli = Gallier.

Germanische Stämme wie die Sueben wollten auf der linken Seite des Rheines nach Gallien vorrücken, wurden aber 58 v. Chr. von Cäsar im Oberelsaß geschlagen und die Sueben waren gezwungen, sich wieder auf die rechte Seite des Rheines zurück zu ziehen.

So bildete der gesamte Rhein die Ostgrenze vom römischen Gallien.

Um 90 n. Chr. war auch Süddeutschland von den Römern endgültig besetzt und der Obergermanische und der Rätische Limes bildeten die Grenze zum den Germanen. 256 besetzten die Alamannen wieder die rechte Seite des Rheines und die Römer mußten sich linksrheinisch zurückziehen.

Leider gibt es von den Kelten keine schriftliche Überlieferungen wie z. B. von den Römern oder Griechen.

Jürgen Brock